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ISO-Container
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ISO-Container sind genormte GroĂraumbehälter (Seefracht-Container, engl. freight containers) aus Stahl, die ein einfaches und schnelles Verladen, BefĂśrdern, Lagern und Entladen von GĂźtern ermĂśglichen.
Die einschlägigen Normen (zum Beispiel MaĂe, Halterungen, Stapelbarkeit) wurden koordiniert von der Internationalen Seeschifffahrts-Organisation (IMO) beschlossen und sind in der ISO-Norm 668 festgelegt.
Container fĂźr Luftfracht sind nach den Standards der International Civil Aviation Organization (ICAO) genormt und unterliegen anderen Regeln.
Wechselaufbauten haben ähnliche Befestigungsecken in den gleichen Längsabständen wie 20-FuĂ-ISO-Container, sind jedoch etwas breiter und damit innen europalettengerecht weit.
Die am weitesten verbreiteten ISO-Container haben eine Breite von 8 FuĂ (2,4384 m), eine HĂśhe von 8 FuĂ 6 Zoll = 8½ FuĂ (2,591 Meter) und sind entweder 20 FuĂ (6,058 m) oder 40 FuĂ (12,192 m) lang. Daraus ergeben sich die als Beladungs-MaĂeinheiten verwendeten AbkĂźrzungen âTEUâ (Twenty-foot Equivalent Unit) und âFEUâ (Forty-foot Equivalent Unit); es wird beispielsweise zur Benennung der Ladefähigkeit von Containerschiffen, von Umschlagsmengen in Häfen oder von GĂźterbahnhĂśfen verwendet.
Container fßr Seefracht kÜnnen eine Transportkette ßber Land und Wasser durchlaufen, ohne dass einzelne Gebinde in Häfen oder BahnhÜfen umgeladen werden mßssen. Die Container mit stabilem Rahmen, festen Wänden und wasserdichten Tßren kÜnnen in mehr als fßnf Lagen ßbereinander und in mehr als zwanzig Stapeln dicht nebeneinander gestaut werden. Diese Stapel werden fßr den Seetransport durch Laschen gezurrt.
Im Landverkehr auf der StraĂe oder im Bahnverkehr sind diese Vorteile der Container gegenĂźber Sattelaufliegern und Wechselbehältern nicht bedeutsam.
Man unterscheidet zwischen FCL-Verladung (Full Container Load), bei welcher der Versender den Container selbst belädt und der Empfänger selbst entlädt, sowie LCL-Verladung (Less than a Container Load), bei welcher der Versender die Ware per Stßckgut an den Transporteur sendet, der diese zusammen mit Stßckgut-Sendungen anderer Versender in den Container verlädt, im Zielhafen wieder entlädt und per Stßckgut an die Empfänger verteilt.cite-ref-1[1]
âNach ISO-Minimalanforderungen kĂśnnen sechs voll beladene Container Ăźbereinander gestapelt werden. Viele Container sind allerdings auf eine StapelhĂśhe von neun und mehr vollen Behältern ausgelegt.âcite-ref-2[2] Je nachdem ob im Laderaum oder an Deck des Containerschiffs gelagert wird, sind weitere EinflĂźsse wie Wind und Wellenschlag zu beachten, die zu den Schiffsbewegungen (Quer- und Längsbeschleunigung) hinzu kommen. An Deck werden die Container mit Twistlocks und Laschstangen/Spannschrauben gesichert, im Laderaum meistens durch ZellgerĂźste beziehungsweise Cellguides. Da zwei 20â˛-Container zusammen 76 mm kĂźrzer sind als ein 40â˛-Container, die Cellguides aber vielfach fĂźr 40â˛-Container bemessen sind, kommen in solchen Fällen zwischen zwei 20â˛-Containern StaustĂźcke (Twist Stacker) zum Einsatz, um ein Verrutschen zu verhindern.
Contents
⢠Bauformen
⢠Kennzeichen
⢠SchiffsgrĂśĂen
⢠Geschichte
⢠Aufbau
⢠Containertypen
⢠Tara und Wiegen
⢠SondergrĂśĂen
⢠Tankcontainer
⢠Kennzeichnung
⢠Siehe auch
⢠Literatur
⢠Weblinks
⢠Einzelnachweise
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Bauformen
Es gibt verschiedene Spezialversionen der Container, so zum Beispiel KĂźhlcontainer fĂźr verderbliche Fracht, Tankcontainer fĂźr flĂźssige und gasfĂśrmige Substanzen, Auto-Container fĂźr den Pkw-Transport, Wohncontainer fĂźr provisorische UnterkĂźnfte sowie Container fĂźr die BefĂśrderung lebender Tiere.
Kennzeichen
Jeder einzelne Container besitzt eine eigene Nummer. Sie besteht aus vier GroĂbuchstaben, dem Präfixcite-ref-3[3], der fĂźr den EigentĂźmer des Containers steht, und sechs Ziffern plus einer Kontrollziffer.
Diese Nummern sind lediglich in Klarschrift auf den fĂźnf AuĂenseiten aufgebracht. Maschinenlesbare Codes werden nicht verwendet, so dass zum automatischen Identifizieren Beleuchtungs- und Kamerasysteme verwendet werden mĂźssen. Durch stets wiederholtes Lesen und Weitermelden von Identität und Standort bei jedem Durchgang oder Umschlag kĂśnnen Weg und Transportfortschritt jedes einzelnen Containers auf seiner Reise verfolgt werden.
SchiffsgrĂśĂen
Vollcontainerschiffe werden nach ihrer Transportkapazität in SchiffsgrĂśĂen und WasserstraĂen eingeteilt. 2018 hatten die grĂśĂten Containerschiffe der 2. Generation der Triple-E-Klasse eine Kapazität von rund 20.586 TEU, die der OOCL G-Klasse 21.100 TEU. Die 2019 zuerst gelieferten MSC Megamax-24 Schiffe haben eine Kapazität von rund 23.800 TEU.cite-ref-worl-mscg-4-0[4]
Geschichte
â
Hauptartikel
:
Containertransport
Als Urheber der MaĂe des ISO-Containers gilt der US-Amerikaner Malcom P. McLean, der 1956 zum ersten Mal GroĂbehälter fĂźr den Transport auf Lkw und Schiffen einsetzte. Um das Ăźbliche Umladen im Hafen einsparen zu kĂśnnen, soll er als junger Fuhrunternehmer im Jahr 1937 die Idee gehabt haben, zuerst ganze Lastkraftwagen auf Schiffe zu verladen, später nur die Anhänger beziehungsweise Sattelauflieger mitsamt ihren geladenen Behältnissen und schlieĂlich nur noch die Behältnisse selbst.
McLean grĂźndete die Reederei Sea-Land Corporation und lieĂ alte Ăltanker so umbauen, dass an Deck zusätzlich Container geladen werden konnten. Die erste Fahrt fĂźhrte die so umgebaute Ideal X am 26. April 1956 mit 58 Containern von Newark (New Jersey) nach Houston (Texas). Es dauerte jedoch noch zehn Jahre, bis am 2. Mai 1966 ein Schiff mit Containern, die Fairland, in einem europäischen Hafen (Rotterdam) anlegte; vier Tage später erreichte das Schiff Bremen.cite-ref-5[5] Den Durchbruch hatte der Unternehmer McLean schlieĂlich mit der Frachtversorgung des US-Militärs während des Vietnamkriegs,cite-ref-6[6] der von 1955 bis 1975 dauerte.
Container wurden damals noch ausschlieĂlich nach amerikanischen Normen gebaut. Da deren MaĂe nicht auf europäische StraĂenverhältnisse anwendbar waren, wurden nach langen Verhandlungen die bis heute genutzten ISO-Normcontainer eingefĂźhrt.
Das erste deutsche Containerschiff, die Bell Vanguard, lief 1966 bei der Hamburger Werft J. J. Sietas vom Stapel. 1981 war die Frankfurt Express der Hapag-Lloyd mit einer Stellplatzkapazität von 3420 TEU das bis dahin grĂśĂte Containerschiff der Welt.
Aufbau
Container bestehen zum GroĂteil aus Stahl. Die Herstellung eines Standardcontainers erfolgt in mehreren Schritten: Zuerst wird die Superstructure, das GrundgerĂźst des Containers aus besonders stabilen Stahlteilen, geschweiĂt. An deren Ecken befinden sich die Stahlguss-Containerecken, im Fachjargon auch corner-castings oder schlicht corners genannt. AnschlieĂend werden am Boden in Längsrichtung Streben eingezogen. Auf diesen Streben wird der Containerboden montiert, der aus mehreren Lagen von mit Schutzmitteln behandeltem Holz besteht. Da der Boden sehr tragfähig und widerstandsfähig sein muss, bestehen die verwendeten Sperrholzplatten meist aus tropischen HarthĂślzern. Inzwischen wird auch Material aus Bambus fĂźr die ContainerbĂśden benutzt, deren Pflanzen zehnmal schneller nachwachsen als tropische Hartholzbäume. Auch die Benutzung von Kompositwerkstoffen mit recyceltem Kunststoff wird untersucht (Wood Plastic Composit Floorboards fĂźr Maersk Container Industry (MCI)).cite-ref-7[7]
Die Wände des Containers bestehen aus Trapez-Stahlblech (Corrugation) oder seltener glattem Stahlblechcite-ref-8[8]. Zuletzt werden das Containerdach und die Tßren montiert. Danach wird der Container mit einer schßtzenden Lackierung versehen und erhält seine Containernummer.
Fßr die Reederei Hapag-Lloyd wurde 2015 ein neuer Container-Typ mit Stahlboden statt des Holzbodens konstruiert. Durch die spezielle Konstruktion der Sicken im Stahl ist dieser Steel Floor Container bis zu 150 kg leichter als ältere Container.cite-ref-9[9]
Zur Qualitätskontrolle werden mehrere Container jeder Baureihe stichprobenartig von einer Klassifikationsgesellschaft geprßft. Entsprechen die Container den Anforderungen, erhält die Baureihe die CSC-Zulassung. Die meisten Container werden heute in China produziert. Der Preis fßr Seecontainer schwankt aufgrund der volatilen Stahlpreise und Dollarkurse. In der Regel bewegte sich der Preis lange Zeit zwischen 1950 und 2300 US-Dollar.
Infolge der weltweiten COVID-19-Pandemie, gestiegenen Stahlpreisen und erhĂśhter Nachfrage lag der Preis fĂźr einen Neucontainer mit Liefertermin Sommer 2021 bei 6200 US-$.cite-ref-1-10-0[10]
Optional kĂśnnen an Containern Zusatzelemente angebracht werden, daruntercite-ref-11[11]
Gabelstaplertaschen
seitlich im Unterboden gesetzte LĂścher mit Verstärkungen, bei 20â˛-Containern kĂśnnen Gabelstapler so einen leeren Container sicher auf ihrer Gabel heben und transportieren
Goosenecktunnel
zusätzliche Fßhrungen unter dem Container beginnend an der Blindwand, so dass Lkw fßr Wechselladebehälter den Container sicher halten kÜnnen.
Plombenbohrung
die Tßrverriegelung enthält ein zusätzliches Loch, das insbesondere fßr das Durchstecken von zugelassenen einmal verwendbaren Zollplomben geeignet ist.
Containertypen
Standardcontainer
FĂźr den Transport von in Faltschachteln oder Kisten beziehungsweise auf Transportpaletten gepackten GĂźtern mit gewĂśhnlichen Abmessungen werden Standardcontainer in den GrĂśĂen 20 ft, 40 ft und 45 ft High-Cube eingesetzt.
Auf dem nordamerikanischen Markt werden zunehmend High-Cube-Container (HC) mit 45â˛, 48Ⲡund sogar 53Ⲡ(16,15 m) Länge eingesetzt. FĂźr schwere GĂźter (zum Beispiel schwere Maschinenteile) stehen 20â˛-heavy-tested-Container (HT) zur VerfĂźgung, die dasselbe maximale Gesamtgewicht aufweisen wie normale 40â˛- und 45â˛-Container, das heiĂt 30 US-Tonnen (27,21554 ISO-Tonnen [t]).
Um ISO-Container (auĂen ca. 244 cm, innen ca. 235 cm breit) effizient zu fĂźllen wurde das ContainermaĂ fĂźr Paletten entwickelt: 1140 Ă 1140 mm. Neben zwei dieser Paletten verbleibt nur 7 cm Innenbreite als Rangierspielraum.
FĂźr den europäischen Markt gibt es Container mit etwas breiterem Innenraum, die es erlauben, zwei Europaletten quer oder drei längs nebeneinander einzustellen; diese werden als Binnencontainer oder Pallet Wide (PW) bezeichnet. AuĂerdem erlaubt auch der im nordamerikanischen Binnenverkehr sehr gebräuchliche 53â˛-Container dank seiner Innenbreite von 2,515 m den Transport von zwei Europaletten quer oder drei längs nebeneinander.
Bei Einsatz von Lang-LKW des Typs âverlängerter Sattelaufliegerâ (auch als âEurotrailerâ bezeichnet) kĂśnnen auch 48â˛-Container mit bis zu 36 Euro-Paletten im europäischen StraĂennetz bewegt werden, da die zulässige Gesamtlänge von 16,50 m auf 17,88 m steigt.cite-ref-12[12] Entsprechende Fahrzeuge dĂźrfen zunächst befristet bis zum 31. Dezember 2023 getestet werden;cite-ref-13[13] Spediteure und die DEKRA fordern mit Verweis auf den Klimaschutz jedoch die unbefristete Freigabe.cite-ref-14[14]
Die in der Tabelle angegebenen Werte fĂźr Abmessungen und Gewichte beziehen sich auf Normwerte. In der Praxis kĂśnnen die Daten bedingt durch verschiedene Baureihen geringfĂźgig abweichen.
| Container | Container | 20Ⲡ| 20Ⲡ| 40Ⲡ| 40Ⲡ| 45ⲠHC | 45ⲠHC | 45ⲠPW | 45ⲠPW | 48â HC | 48â HC | 53ⲠHC | 53ⲠHC |
|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|
| MaĂe | MaĂe | englisch | metrisch | englisch | metrisch | englisch | metrisch | englisch | metrisch | englisch | metrisch | englisch | metrisch |
| AuĂenmaĂ | Länge | 19Ⲡ10 1 â 2 âł | 6,058 m | 40Ⲡ0âł | 12,192 m | 45Ⲡ0âł | 13,716 m | 45Ⲡ0âł | 13,716 m | 48Ⲡ0âł | 14,631 m | 53Ⲡ0âł | 16,154 m |
| AuĂenmaĂ | Breite | 8Ⲡ0âł | 2,438 m | 8Ⲡ0âł | 2,438 m | 8Ⲡ0âł | 2,438 m | 8Ⲡ2âł | 2,489 m | 8Ⲡ6âł | 2,591 m | 8Ⲡ6âł | 2,591 m |
| AuĂenmaĂ | HĂśhe | 8Ⲡ6âł | 2,591 m | 8Ⲡ6âł | 2,591 m | 9Ⲡ6âł | 2,896 m | 8Ⲡ6âł | 2,591 m | 9Ⲡ6âł | 2,896 m | 9Ⲡ6âł | 2,896 m |
| AuĂenmaĂ | Fläche | 160 ft² | 14,9 m² | 320 ft² | 29,7 m² | 360 ft² | 33,4 m² | 368 ft² | 34,1 m² | 407 ft² | 38,0 m² | 450 ft² | 41,9 m² |
| InnenmaĂ | Länge | 19Ⲡ4 13 â 16 âł | 5,898 m | 39Ⲡ5 45 â 64 âł | 12,032 m | 44Ⲡ4âł | 13,556 m | 44Ⲡ4âł | 13,556 m | 47Ⲡ6âł | 14,478 m | 52Ⲡ6âł | 16,002 m |
| InnenmaĂ | Breite | 7Ⲡ8 19 â 32 âł | 2,352 m | 7Ⲡ8 19 â 32 âł | 2,352 m | 7Ⲡ8 19 â 32 âł | 2,352 m | 8Ⲡ0âł | 2,438 m | 8Ⲡ3âł | 2,515 m | 8Ⲡ3âł | 2,515 m |
| InnenmaĂ | HĂśhe | 7Ⲡ9 57 â 64 âł | 2,385 m | 7Ⲡ9 57 â 64 âł | 2,385 m | 8Ⲡ9 15 â 16 âł | 2,698 m | 7Ⲡ9 57 â 64 âł | 2,385 m | 8Ⲡ10 11 â 16 âł | 2,710 m | 8Ⲡ10 11 â 16 âł | 2,710 m |
| Innenmaà | Fläche | 150 ft² | 13,9 m² | 305 ft² | 28,3 m² | 342 ft² | 31,8 m² | 355 ft² | 32,9 m² | 392 ft² | 36,4 m² | 433 ft² | 40,2 m² |
| InnenmaĂ | Volumen | 1.171 ftÂł | 33,1 mÂł | 2.383 ftÂł | 67,5 mÂł | 3.020 ftÂł | 85,8 mÂł | 2.775 ftÂł | 78,6 mÂł | 3.488 ftÂł | 98,9 mÂł | 3.851 ftÂł | 109,1 mÂł |
| TĂźrĂśffnung | Breite | 7Ⲡ8 1 â 8 âł | 2,343 m | 7Ⲡ8 1 â 8 âł | 2,343 m | 7Ⲡ8 1 â 8 âł | 2,343 m | 7Ⲡ8 1 â 8 âł | 2,343 m | 7Ⲡ8 1 â 8 âł | 2,343 m | 7Ⲡ8 1 â 8 âł | 2,343 m |
| TĂźrĂśffnung | HĂśhe | 7Ⲡ5 3 â 4 âł | 2,280 m | 7Ⲡ5 3 â 4 âł | 2,280 m | 8Ⲡ5 49 â 64 âł | 2,585 m | 7Ⲡ5 3 â 4 âł | 2,280 m | 8Ⲡ5 49 â 64 âł | 2,585 m | 8Ⲡ5 49 â 64 âł | 2,585 m |
| Gesamt- gewicht | | 52.910 lb | 24,0 0 t | 67.200 lb | 30,48 t | 67.200 lb | 30,48 t | 67.200 lb | 30,48 t | 67.200 lb | 30,48 t | 67.200 lb | 30,48 t |
| Gesamt- gewicht | HT | 67.200 lb | 30,48 t | â | â | â | â | â | â | â | â | â | â |
| Leer- gewicht | | 5.140 lb | 2,33 t | 8.820 lb | 4,0 0 t | 10.580 lb | 4,8 0 t | 10.580 lb | 4,8 0 t | â | â | 11.110 lb | 5,0 0 t |
| Leer- gewicht | HT | 5.290 lb | 2,4 0 t | â | â | â | â | â | â | â | â | â | â |
| Nutzlast | | 47.770 lb | 21,67 t | 58.380 lb | 26,48 t | 56.620 lb | 25,68 t | 56.620 lb | 25,68 t | â | â | 56.090 lb | 25,44 t |
| Nutzlast | HT | 61.910 lb | 28,08 t | â | â | â | â | â | â | â | â | â | â |
| Kapazität Europaletten | Kapazität Europaletten | 11 Stßck | 11 Stßck | 25 Stßck | 25 Stßck | 27 Stßck | 27 Stßck | 33 Stßck | 33 Stßck | 36 Stßck | 36 Stßck | 40 Stßck | 40 Stßck |
Standardcontainer sind 8 FuĂ und 6 Zoll hoch (2,59 m). Weiterhin gibt es fĂźr den GroĂteil der Containerarten auch die AusfĂźhrung âHigh-Cubeâ (HC, auch als HQ High-Quantity bezeichnet). Diese Container haben eine HĂśhe von 9 FuĂ und 6 Zoll (2,90 m). Die Abmessungen sind immer so gewählt, dass Container auch mit Lkw, Eisenbahn und Binnenschiff befĂśrdert werden kĂśnnen.
Tara und Wiegen
Das Leergewicht des Standardcontainers liegt bei 2300 Kilogramm (kg) fĂźr einen 20-FuĂ-Container und 3900 kg fĂźr einen 40-FuĂ-Container. Die Zuladung beträgt bei 20-FuĂ-Containern rund 21,7 Tonnen (t) bei 33 Kubikmeter (mÂł) Volumen. Ein 40-FuĂ-Container fasst 26,5 t bei 67,6 mÂł Volumen. Dies sind Standard-Angaben. Jedoch sollte bei der Beladung von Containern beachtet werden, dass in vielen Ländern fĂźr den StraĂentransport ein Maximalgewicht inklusive Fahrzeug gilt. Ein 40-FuĂ-Container, der mit 26,5 t Ladungsgewicht gepackt ist, kann in Deutschland und Ăsterreich beispielsweise auf der StraĂe befĂśrdert werden, weil im kombinierten Verkehr (d. h. Schiene â StraĂe â Wasserweg) 44 t Gesamtgewicht zulässig sind. Ein Container, sowohl 40-FuĂ- als auch 45-FuĂ-HC, darf ein Bruttogewicht von 30.480 kg haben.
FĂźr den Transport von ISO-Containern mit Seeschiffen gilt seit Sommer 2016 eine Verpflichtung, das Gewicht der einzelnen Container vor oder bei der Verladung festzustellen (durch Wiegen) und festzuhalten (als Bestandteil der Schiffspapiere). Hintergrund ist das Internationale Ăbereinkommen zur Sicherheit auf See (SOLAS).cite-ref-15[15]
Bei der Lagerung im Freien kĂśnnen Ăźblicherweise bis zu sechs Container Ăźbereinandergestapelt werden.cite-ref-1-10-1[10]
SondergrĂśĂen
Auch im ISO-System gibt es eine Vielzahl an SondermaĂen:
⢠Es gibt weitere HĂśhenabmessungen der Container. Ăblich sind HĂśhen, die beim StraĂentransport ohne Beschränkungen gefahren werden kĂśnnen.
⢠Es gibt weitere LängenmaĂe, die eine bessere Raumausnutzung im Land-, aber nicht im Seetransport unterstĂźtzen. Insbesondere auf dem amerikanischen Markt werden immer mehr 45 FuĂ (13,72 m) lange Container eingefĂźhrt. Diese bieten mehr Laderaum, was besonders bei voluminĂśsen TransportgĂźtern vorteilhaft ist. 45-FuĂ-Container kĂśnnen auch regulär auf Lkw-Containerchassis befĂśrdert werden, sie halten dabei die in Europa maximal erlaubte Gesamtlänge des Lkw-Sattelzuges ein. Der 45-FuĂ-Container ist eine direkte Konkurrenz zu den in Europa Ăźblichen Sattelaufliegern. So sollen 45-FuĂ-Container aus Sicht der Reedereien konventionelle Sattelauflieger ersetzen. Längere Container erhĂśhen noch nicht die Packungsdichte mit Euro-Paletten (von 120 cm Ă 80 cm). Diese kĂśnnen darin nur mit einer Querreihe und einer Längsreihe nebeneinander gestaut werden, nĂźtzen also von rund 235 cm Innenbreite nur 200 cm oder 85 % aus. Das ist, zusammen mit seiner hohen Tara-Masse, ein gewichtiger Nachteil des Containers gegenĂźber dem Transport als Paletten direkt im Sattelauflieger oder Hängerzug.
⢠Breite: Einige Reedereien haben daher die vorwiegend im europäischen Raum eingesetzten breiteren (palettenbreite, englisch: Pallet Wide, PW) Binnencontainer eingefĂźhrt, die bei etwas vergrĂśĂerter AuĂenbreite von 248â250 cm noch in das ISO-Verlade-Raster passen und doch bei 244 cm Innenbreite gerade drei Paletten nebeneinander längs oder zwei Paletten quer (zusammen je 240 cm) mit etwas Luft aufnehmen. In einen Container 45ⲠPW mit 13,556 m Innenlänge passen 33 Paletten (30 quer, und die letzten 3 längs) genau wie in einen klassischen Sattelauflieger fast identischer InnenmaĂe. Nur wenige besonders ausgestaltete Container und Ladeplattformen bieten allerdings eine AblademĂśglichkeit zur Seite oder nach oben.
⢠Auch in Australien werden Container eingesetzt, welche optimal auf den Transport von Ware auf Europoolpaletten abgestimmt sind; Beispiel ist hier der Einsatz von 48â˛-Containern, die bei AuĂenmaĂen von 14.630 mm Ă 2.500 mm Ă 2.896 mm und InnenmaĂen von 14.470 mm Ă 2.422 mm Ă 2.698 mm (jeweils LĂBĂH) bis zu 36 Europoolpaletten fassen kĂśnnen.cite-ref-16[16]
FĂźr den doppelstĂśckigen Bahntransport wurden in China und Indien hĂśhenreduzierte und dabei eventuell etwas verbreiterte Container entwickelt. In Indien gibt es den Begriff Dwarf Container (Zwerg). Inzwischen werden aber auch dort normal hohe oder sogar HC Container verwendet.
KĂźhlcontainer (Reefer)
Kßhlcontainer (engl. reefer container) werden in zwei Kategorien eingeteilt: Container, die mit Kaltluft aus der schiffsfesten Ladungskßhlanlage gekßhlt werden (Conair-Container, Porthole-Container), und Container mit integrierter Kälteanlage (Integralcontainer, Integral-Reefer).
Conair-Container sind doppelwandige, mit einer Wärmedämmung versehene Container, die auf einer Stirnseite zwei Ăźbereinanderliegende kreisrunde Ăffnungen (Portholes) besitzen, die von FederverschlĂźssen geschĂźtzt werden. Diese Ăffnungen dienen der Zu- und Abfuhr von Frischluft. Wird der Conair-Container in ein mit Conair-KĂźhlanlage ausgerĂźstetes Schiff geladen, Ăśffnen sich die VerschlĂźsse, und KĂźhlluft, die von der zentralen KĂźhlanlage erzeugt wird, kann im Container zirkulieren. Diese Container wurden inzwischen von Integralcontainern abgelĂśst, da sie aufgrund der fehlenden Eigenständigkeit nur schwer im Inland und auf nicht präparierten Schiffen genutzt werden konnten (Clip-On-Unit notwendig, siehe unten).
Integralcontainer verfĂźgen Ăźber eine eigene KĂźhleinheit, die in der der TĂźr gegenĂźberliegenden Stirnwand eingebaut ist und mit elektrischem Strom betrieben wird. Jeder Container kann separat auf eine KĂźhl- oder Heiztemperatur eingestellt werden, die von der eingebauten Elektronik laufend Ăźberwacht und aufgezeichnet wird. Beim Inlandstransport benĂśtigt der Container keine Clip-On-Unit (siehe unten), sondern kann mittels eines am Lkw-Chassis montierten Gensets (Generator) mit Strom versorgt werden. Die Gesamtzahl aller KĂźhlcontainer betrug Ende 2012 rund 2,2 Mio. TEU.
Um das zusätzliche Gewicht der Kßhlanlage zu kompensieren, werden bei Integral-Reefern häufig Wände aus Aluminium verbaut.
Bei den Kßhlcontainern unterscheidet sich bedingt durch die Isolation des Weiteren die Innenbreite/-länge/-hÜhe von der eines normalen ISO-Containers.
Tankcontainer
Bei Tankcontainern (englisch: tanktainer) handelt es sich um einen Tank fĂźr flĂźssige oder gasfĂśrmige Stoffe, der in einen Rahmen eingebettet ist, der der Superstructure einer TEU oder FEU entspricht. Je nach Transportgut kĂśnnen KĂźhl-, Heiz- oder RĂźhraggregate eingebaut sein. Insbesondere bei Stoffen mit hoher Dichte muss das Gesamtgewicht fĂźr die Ladeposition im Schiff beziehungsweise das Transportmittel berĂźcksichtigt werden. Tankcontainer erhĂśhen massiv die Umschlagsgeschwindigkeit gegenĂźber Tankwagen.
Weitere Containerarten
Air/Surface container
Collapsible Iso-Container
zerlegbare Seecontainer, OpenSeaContainer
Conair container
Isoliercontainer ohne eigenes Kßhlaggregat, der jedoch durch Zufßhrung gekßhlter Luft durch eine stationäre (z. B. zentrale Schiffskßhlanlage) oder mobile (Clip-On Unit) Kßhlanlage genau temperiert werden kann. (Werden auch als porthole units bezeichnet, im Gegensatz dazu: Kßhlcontainer mit eigenem Kßhlaggregat: integrated units)
Double doors
Container mit TĂźren an beiden Enden
Dry bulk container
SchĂźttgutcontainer, die in der Decke eine BeladeĂśffnung und im unteren Bereich der TĂźr eine SchĂźttĂśffnung zum Entladen besitzen (englisch dry bulk SchĂźttgut)
Container, die keine Seiten und Decke besitzen, jedoch Stirnseiten
Folding (collapsible) containers
Container mit klappbaren Seiten
Fullside access containers
Container mit vollkommen zu Ăśffnender Seite
General purpose container with ventilation
aktiv belĂźftete Vielzweckcontainer
General purpose container without ventilation
unbelĂźftete Vielzweckcontainer
Insulated container
Isoliercontainer
Named cargo container
Viehtransport, Automobile etc.
Offshore/Office container
Container mit speziellem Innenausbau, oft explosionsgeschĂźtzt mit Mess- oder Labortechnik oder BĂźroausstattung
Openside container
Container mit einer SeitentĂźr
Open-top container
Container mit einer Plane anstatt eines soliden Daches
Pallet wide container
verbreiteter Dry Container, um eine optimale Auslastung mit Europaletten zu erreichen
Platform (container)
Platform-based containers
Container mit superstructure
Thermal container (refrigerated, refrigerated and/or heated)
temperierte Container
Auf der Grundlage der ISO-Container haben sich weitere Containertypen entwickelt.
Die wichtigsten sind:
leichtere Bauweise, in folgenden HauptgrĂśĂen erhältlich: 6â˛, 8â˛, 10â˛, 15â˛, 20â˛
Containergebäude (auch Bßrocontainer)
haben an Gemeinsamkeit mit ISO-Containern nur die Abmessungen (meist 20â˛) sowie die Arretierungen an den vier Ecken der Bodenplatte, meist auch die Arretierungen auf dem Dach. Es handelt sich um voll isolierte Container, die bereits fertig installiert sind und ursprĂźnglich nur auf Baustellen als Baustellencontainer zum Einsatz kamen. Mittlerweile werden diese von BĂźros bis hin zu Kindergärten eingesetzt. Die Belastbarkeit (Stapellast) liegt jedoch weit unterhalb derjenigen von ISO-Containern; es kĂśnnen keine oder nur wenige ebenfalls leichte BĂźrocontainer Ăźbereinander gestapelt werden. Dank der StandardmaĂe kĂśnnen sie leicht mit einem zum Containertransport geeigneten Lkw zur Baustelle gebracht werden, wo ein Baustellenkran sie von der Ladefläche hebt und auf ihren Platz stellt. Neuere Projekte nutzen die stärkere Belastbarkeit von tatsächlichen gebrauchten oder neuen ISO-Containern fĂźr den Bau von grĂśĂeren Gebäuden (bis zu neun Etagen) sowie fĂźr Gebäude mit längerer Lebensdauer (Hotels, Studentenwohnheime). Dabei tritt der temporäre Charakter zurĂźck gegenĂźber den Vorteilen des schnellen und kostengĂźnstigen Aufbaus der Gebäude. Eingesetzt werden voll isolierte und eingerichtete 20â˛- und 40â˛-Container.cite-ref-17[17]
Zerlegbare Seecontainer
Die unausgeglichenen HandelsstrÜme zwischen Osten und Westen machen es erforderlich, leere Container zu repositionieren, also an einen Ort zu bringen, an dem diese wieder Ladung aufnehmen kÜnnen. Weltweit werden ca. 30 % aller Seecontainer ohne Ladung umgeschlagen. Leere Container verursachen hohe Kosten fßr den Transport, Lagerung und Verladung. Der Containerverkehr wächst weltweit um ca. 7 % pro Jahr. Damit steigen der Leertransport- und Lagerflächenbedarf erheblich, was zu nicht unerheblichen Kosten fßhrt.
Ein Ansatz, um das Leercontainer-Problem zu verringern, ist, die Container zusammenzuklappen. So kĂśnnen mehrere leere Container auf einem Stellplatz (= Slot) transportiert und gelagert werden. In der Vergangenheit hat es eine Reihe von Versuchen gegeben, die Logistikkette mit klappbaren Seecontainern zu verbessern. Diese Systeme sind jedoch alle gescheitert.
GrĂźnde hierfĂźr:
⢠Die Container verloren die Zulassung während des Betriebs,
⢠die Container waren mechanisch anfällig,
⢠es besteht Unfallrisiko beim Aufbau bzw. beim Zerlegen,
⢠hohe Kosten entstehen bei der Montage und Demontage.
Klappcontainer-Projekte:
1. Fallpac
2. Foltainer
3. OpenSeaContainer
4. SIO âSix-In-Oneâ â6-in-1â
Das OpenSeaContainer-Projekt greift den Ansatz des Unternehmens Leanbox auf, die einen Container entwickelt hat, den man mit der Hilfe einer speziellen Maschine zerlegen und remontieren kann. Die Rechte an diesem See-Container sind an die Peer Engineering Plattform PeerToProduct.com Ăźbergegangen. PeerToProduct hat die Konstruktionsdaten und Testresultate unter einer speziellen GNU General Public License fĂźr physische Produkte verĂśffentlicht.
Weitere Container
⢠Sanitärcontainer â ausgestattet mit Duschen, Toiletten, Urinalen, Handwaschbecken oder Ăhnlichem. Diese sind nur noch mit Wasserzulauf und Abwasserablauf sowie mit Strom zu versorgen und dann sofort einsatzbereit.
⢠Containerkläranlagen â ausgestattet mit der gesamten Technik einer Kleinkläranlage, wird bei Festivals, Volksfesten in unerschlossenen Gebieten und ähnlichen Gegebenheiten eingesetzt, bei denen keine MĂśglichkeit besteht, Fäkalien in die Abwasserkanäle einzuspeisen. Hier kĂśnnen beispielsweise Sanitärcontainer angeschlossen werden. Das Endprodukt der Containerkläranlage sind gereinigte Abwässer, die in die Umwelt entlassen werden kĂśnnen.
⢠Notstromaggregate â ausgestattet mit einem Aggregat zu Stromerzeugung und einem integrierten Tank fĂźr den benĂśtigten Dieselkraftstoff.
⢠Serverfarm â ausgestattet mit einer kompletten IT-Infrastruktur aus Standardkomponenten um im Fall des Totalverlustes eines IT-Standortes schnell einen operablen Ersatz fĂźr verlorene Hardware im Rahmen eines Disaster Recovery herzustellen.
Militär, Feuerwehren und der Katastrophenschutz verwenden ebenfalls Containersysteme im ISO-Format um Module fßr einen bestimmten Zweck an einen bestimmten Einsatzort zu versetzen und das Ladefahrzeug anderweitig verwenden zu kÜnnen, in der Regel zum Transport weiterer Module:
⢠Feuerwehren und der Katastrophenschutz verwenden Container mit jeweils speziellem Material zur Abwehr und Bekämpfung spezifischer Gefahren.
⢠Beim Militär werden Container als absetzbare, komplett eingerichtete Basis fßr die Telekommunikation (Funk) eingesetzt. Ferner findet bei der Bundeswehr der ISO-Container Einsatz als mobiles Postamt (Feldpost) oder aus mehreren Sanitätscontainern in Kombination mit Zelten als Feldlazarett.
⢠Bei groĂen Telekommunikationsanbietern (z. B. der Deutschen Telekom) werden ISO-Container im Rahmen des Disaster Recovery z. B. bei Ăberschwemmungen und anderen GroĂlagen eingesetzt. Hier kĂśnnen ganze Netzknoten (Vermittlungsstellen) auf Basis des ISO-Containers aufgebaut werden.
Kennzeichnung
Die groĂen, offen sichtbaren und visuell/optisch lesbaren Kennzeichen gemäà ISO 6346 fĂźr Container in Bauformen gemäà ISO 668 dienen der Transportabwicklung. Diese Kennzeichen dienen allenfalls mittelbar der Transportsicherheit oder dem Schutz der Ladung oder des Transportfahrzeugs. Die Container tragen verschiedene Kennzeichen als
⢠Herstellerkennzeichnung
⢠Eigentumsbezeichnung oder Besitzerbezeichnung (Zuordnung zu einem Behälterpool)
⢠Klassifizierung fßr den Gebrauch
⢠eindeutige Identifizierung unter Registrierung des BIC
⢠Gefahrgutkennzeichnung gemäà UN-Regeln
⢠Referenzinformation zur Steuerung der Transportvorgänge
⢠Referenzinformation fßr die Ladungspapiere
⢠Kontrollinformation fßr die Transportsicherheit
Fßr alle Zwecke wird bisher ein Kennzeichen des Herstellers auf dem Typenschild und eine Klarschriftkennzeichnung auf fßnf der Oberflächen (Unterseite ohne Kennzeichen) verwendet. Optisch besser lesbare Codes und/oder elektronisch lesbare Kennzeichen wurden bisher nicht standardisiert.
Die Kennzeichnung von Containern in Klarschrift ist nach ISO 6346 international einheitlich genormt. Diese Norm beschreibt lediglich optisch lesbare Kennzeichen in Klarschrift. Gemäà ISO 15459-2 ist die herausgebende Stelle (issuing agency) fßr diese Kennzeichen das Internationale Containerbßro Bureau International des Containers et du Transport Intermodal (BIC) mit Sitz in Paris.
Jeder Container erhält dort bei der Registrierung seine weltweit eindeutige Containernummer, die an beiden Stirnfronten deutlich sichtbar angebracht wird. Sie besteht aus vier Standardbuchstaben (jeweils AâZ, an vierter Stelle bisher jedoch nur bis U), sechs Ziffern sowie einer aus allen 10 Zeichen und Stellen errechneten PrĂźfziffer, die eine fehlerhafte Erfassung durch Zahlendreher nahezu ausschlieĂt.cite-ref-18[18] Eine Online-ĂberprĂźfung ist in einer Eingabemaske auf der Website der BIC mĂśglich.cite-ref-19[19] Die Berechnung der PrĂźfziffer wird in der Norm EN 13044-1 Anlage A beschrieben.
Die Containernummer des ganz oben abgebildeten 40-FuĂ-Containers ist an der dritten Stelle ungenau lesbar und bietet daher ein gutes Beispiel: weder ein Q noch ein G fĂźhren hier zum Ziel (PrĂźfziffer jeweils 3), erst die korrekte Eingabe âLSCU 107737â gibt die 9 zurĂźck. Das Beispiel zeigt jedoch auch, dass Nummern mit den ähnlichen Buchstaben G und Q verwechselt werden kĂśnnen (oder auch andere Buchstaben mit 10 Positionen Abstand im Alphabet, wie zum Beispiel H und R).
Die Standardisierung der Container und ihrer Kennzeichen wird in der ISO-Kommission JTC1, einer gemeinsamen Kommission der TC104 und TC122, betrieben, die von Reedereien und Verladern dominiert wird.
Weitere, aber nur in einzelnen Relationen verbreitete Kennzeichen nach dem Stand der Technik sind solche mit RTLS-Tagscite-ref-20[20] nach ISO/IEC 18000 und mit optischen Codes, auch mit Data Matrix Codes nach ISO/IEC 16022. Die Standardisierung dieser Kennzeichen entwickelt sich allmählich weiter.
Im Zuge der Verbreitung der pallet-wide-Container in Europa wurde die Intermodal Loading Unit (ILU) Initiative der EU gestartet. Diese zeigte Vorteile, wenn der Transport per Container und Wechselbehälter vereinheitlicht wird. Dies fĂźhrte zur EinfĂźhrung des ILU-Codes per Standard EN 13044, der das gleiche Format wie der bei ISO-Containern verwendete BIC-Code hat â das Internationale ContainerbĂźro BIC verpflichtete sich, fĂźr ISO-Container nur EigentĂźmercodes zu vergeben, die an vierter Stelle ein U, J oder Z haben. Die neugeschaffene Vergabestelle der UIRR (Internationale Vereinigung der Gesellschaften fĂźr den Kombinierten Verkehr Schiene-StraĂe) wird fĂźr Wechselbehälter nur EigentĂźmercodes vergeben, die an vierter Stelle ein A, B, C, D oder K enthalten â Inhaber eines BIC-U kĂśnnen die Ausgabe eines ILU-K mit gleicher voranstehender Ziffernfolge beantragen. Seit Juli 2011 begann die Vergabe der ILU-Codes, seit Juli 2014 werden im intermodalen Verkehr nur noch Wechselbehälter mit ILU-Code akzeptiert und ab Juli 2019 mĂźssen alle Behälter ein standardkonformes Schild tragen.cite-ref-21[21]
Transportsicherheit und Schutz
Die Transportsicherheit der Container wird im Grundsatz nach denselben Kriterien organisiert wie vor deren Einfßhrung (ca. seit 1968) bereits im europäischen und US-amerikanischen Eisenbahnverkehr ßblich. Neu eingefßhrt und ebenfalls international einheitlich genormt sind gegenßber anderen Transportformen die genormten Eckbeschläge fßr die Handhabung. Neu gegenßber den seinerzeit ßblichen Standards im Eisenbahnverkehr (um 1968) haben die Container
⢠Verschluss als Schutz gegen Seewasser und gegen Schlagregen (nicht druckfest)
⢠Verriegelung gegen zufälliges Ăffnen beim Transport
⢠Versiegelung im Interesse des Zolls und des Frachtfßhrers
Anders als im europäischen Eisenbahnverkehr fßr Gßterwagen ßblich tragen die Container
⢠keine Information ßber Herkunftsort und Zielort des Transports
⢠keine Information Ăźber den Inhalt am Behälter (eine Ausnahme stellt Gefahrgut dar; in diesem Fall muss eine Kennzeichnung Ăźber die Art des Gefahrgutes auĂen am Container angebracht werden, ab 4000 Kilogramm auĂerdem die UN-Nummer)
Weitere technisch aufwändige Sicherheitseinrichtungen sind in einzelnen Fällen in Gebrauch, wie:
⢠Detektions- und Signaleinrichtung fĂźr Ăffnungsalarme
⢠Mess- und Signaleinrichtung fßr Standortmeldungen
⢠Mess- und Signaleinrichtung fßr Transportbedingungen (Kßhltemperatur, Feuchte, Schock)
Verschlusszustand und Sicherheitsinformation
Der Container wird durch den Versender gepackt. Dieser trägt auch die Gewähr fĂźr die ordnungsgemäĂe Deklaration des Inhalts (nur in den Begleitpapieren) und dessen sichere Befestigung (zur Vermeidung von Schwerpunktsänderungen). In der weiteren Handhabung durch den FrachtfĂźhrer (Spediteur, Reeder) und durch den Verladebetrieb gibt es weltweit keinerlei Gebrauch von Einrichtungen, die feststellen kĂśnnen:
⢠wer den Container gepackt hat,
⢠wer den Container geÜffnet hat,
⢠wer den Container transportiert hat.
Daher werden alle erweiterten MaĂnahmen zur Containersicherheit allein auf die Unversehrtheit des Verschlusszustandes abgestellt. Ein erkennbar geĂśffneter Container bleibt daher so lange stehen, bis die Unbedenklichkeit des Verschlusszustandes erneut geprĂźft und bescheinigt wurde.
Die Transportsicherheit wird jeweils vorlaufend zum physischen Transport dokumentiert und wiederholt durch zertifizierte Transportunternehmen geprßft. Spätestens 24 Stunden vor dem Verladen wird eine verlässliche Sicherheitsinformation durch den Zoll festgestellt oder der Container bleibt stehen, bis diese Information mit demselben Zeitabstand zur Verladung verfßgbar ist. Einzelheiten zum Kontrollverfahren werden fortlaufend den Risikoanalysen der SicherheitsbehÜrden und des Zolls angepasst.
FĂźr Luftfrachtcontainer gibt es keinen vergleichbaren Verschlusszustand.
ISO-Container und Arbeitsschutz
Ăffnen und Entladen von ISO-Containern fĂźr Kontrollzwecke oder zum Warenumschlag bergen vielfältige Gefährdungen und Gesundheitsrisiken. Davon betroffen sind etwa Beschäftigte im Hafen, die Frachtcontainer fĂźr Kontrollzwecke oder zum Umladen der Ware Ăśffnen. Aus Studien ergibt sich, dass etwa jeder fĂźnfte Import-Frachtcontainer gesundheitsgefährdende Schadstoffkonzentrationen aufweist.cite-ref-22[22]
Die durch Begasungsmittelrßckstände, Industriechemikalien oder Schimmel belastete Containerluft kann beim Einatmen zu einer Gesundheitsgefährdung der Beschäftigten fßhren. Darßber hinaus bestehen auch mechanische Unfallgefahren, zum Beispiel durch herabfallendes oder umstßrzendes Ladegut.cite-ref-0-23-0[23]
FĂźr begaste Frachtcontainer gibt es Kennzeichnungsvorschriften mit Warnhinweisen. Häufig fehlen diese Kennzeichnungen jedoch oder weisen Mängel auf, sodass unerwartete gefährliche Situationen entstehen kĂśnnen. Als âbegastâ geltende Container dĂźrfen nach der Gefahrstoffverordnung nur durch sach- oder fachkundige Personen geĂśffnet werden. Entsprechende Regelungen fehlen jedoch fĂźr Industriechemikalien und biologische Agenzien. Im Rahmen der Gefährdungsbeurteilung mĂźssen alle mĂśglichen Gefährdungen und Belastungen beim Umgang mit ISO-Containern und geeignete SchutzmaĂnahmen vorab abgeklärt werden.cite-ref-24[24]
Aufgrund der geringen Umwelt-Stabilität von Coronaviren erscheint eine Ăbertragung des Erregers beim Umgang mit Containern in den meisten Fällen unwahrscheinlich.cite-ref-25[25]
ISO-Container als Geldanlage
Investments in ISO-Container galten fĂźr lange Zeit als lukrativ, zeigten sich aber Mitte der 2010er Jahre nach Insolvenzen der Hamburger Magellan-Gruppe sowie Subunternehmen der P&R-Gruppe tendenziell als Fehlinvestition.cite-ref-26[26]cite-ref-27[27] Ab 2019 waren nach COVID-19-Pandemie und tagelanger Blockade des Suezkanals aufgrund einer Schiffshavarie ISO-Container sehr knapp.cite-ref-28[28]
Siehe auch
Literatur
⢠H. Linde: Transport von KĂźhlladung in Containern an Bord von Containerschiffen. In: Jahrbuch der Schiffbautechnischen Gesellschaft. Vol. 65, 1971, S. 197â223.
⢠Marc Levinson: The Box. How the Shipping Container Made the World Smaller and the World Economy Bigger. Princeton University Press, Princeton 2006, ISBN 0-691-12324-1.
⢠Hans Jßrgen WitthÜft: Container. Die Mega-Carrier kommen. Koehler, Hamburg 2004, ISBN 3-7822-0882-X (zur Geschichte und Entwicklung der Containerschifffahrt) (1. Auflage unter dem Titel Container. Eine Kiste macht Revolution.)
⢠Heinrich Hecht, Thomas Pawlik: Containerseeschifffahrt. Verlag Heel, KÜnigswinter 2007, ISBN 978-3-89880-873-6.
⢠Olaf PreuĂ: Eine Kiste erobert die Welt. Der Siegeszug einer einfachen Erfindung. Murmann-Verlag, Hamburg 2007, ISBN 978-3-86774-031-9 (die Bedeutung des Schiffscontainers fĂźr die moderne Globalisierung)
⢠Alexander Klose: Das Container-Prinzip. Wie eine Box unser Denken verändert. Verlag Mare, Hamburg 2009, ISBN 978-3-86648-115-2.
⢠Jakob Boerner: Boxen ohne Beulen. In: Deutsche Seeschifffahrt, Heft 5/2013, S. 36â41, Verband Deutscher Reeder e. V., Hamburg 2013.
⢠Johannes March: Halbhohe Boxen fßr effiziente Leercontainerlogistik. In: Hansa, Heft 7/2019, S. 34/35, Schiffahrts-Verlag Hansa, Hamburg 2019
Weblinks
Commons
: ISO-Container
â Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien
⢠Umfangreiche Informations-Website des Gesamtverbands der Deutschen Versicherungswirtschaft e. V. (GDV)
⢠Film ßber die Geschichte des Containers auf YouTube
⢠Transport-Informations-Service: Informationen rund um den Container
⢠Friederike Nagel (2006): Legosteine der Weltwirtschaft, stern.de
⢠Dry-Bulk-Container (Memento vom 29. September 2007 im Internet Archive) Alternative zum Silofahrzeug
⢠Kurzfilm zur Herstellung eines Containers
⢠Equipment Specifications - APL Containers Decoded (Memento vom 24. August 2004 im Internet Archive)
⢠Beitrag aus der Sendung mit der Maus zum Thema Container auf YouTube
⢠Container-Revolution â Welterfolg mit der Wunderkiste auf einestages.spiegel.de
⢠KĂźhlladung und Container (228) â Website des Hochhaus-Schiffsbetriebs
Einzelnachweise
cite-note-11. â FCL und LCL-Container
cite-note-22. â Containerhandbuch, Kapitel 1.3.1.1: Schiffe, mit denen Container befĂśrdert werden, Teil 1.
cite-note-33. â Eine ausfĂźhrliche Aufstellung der Präfixe findet sich bei Prefixlist.com
cite-note-worl-mscg-44. â MSC GĂLSĂN docks at Bremerhaven â and sails into a storm. In: WorldCargo News. 19. August 2019, abgerufen am 30. September 2019 (englisch): âThe worldâs first 24-across container vessel, the 23,800 TEU MSC GĂLSĂN, currently the worldâs largest container ship, docked for the first time on 19th August at MSC Gate terminal in Bremerhaven, but questions are being raised in the German ports community.â
cite-note-55. â Wie Blechkisten den Handel veränderten. In: ORF.at. 8. Mai 2016, abgerufen am 9. Mai 2016.
cite-note-66. â Sebastian MĂśller: Lerneinheit 3: Die Container-Revolution. In: Die Bremischen Häfen in der Globalen Politischen Ăkonomie. 5. Mai 2020, abgerufen am 7. Januar 2022 (VerĂśffentlichung auf dem Blog der Universität Bremen).
cite-note-88. â Bildbeleg
cite-note-1-1010. â ORF at baue: Wirtschaftswachstum: Containermangel bremst Chinas Expansion. 7. März 2021, abgerufen am 7. März 2021.
cite-note-1212. â EuroTransportMedia Verlags- und Veranstaltungs-GmbH: Verlängerter Auflieger - Lange Trailer auf dem Vormarsch. Abgerufen am 10. Juni 2020.
cite-note-1313. â Bundesministerium fĂźr Verlehr und digitale Infrastruktur: V9. Ănderungsverordnung zum Lang-Lkw in Kraft. Abgerufen am 10. Juni 2020.
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cite-note-1818. â How is the check digit of a container calculated?, auf gvct.co.uk
cite-note-1919. â Check Digit. In: bic-code.org. Bureau International des Containers et du Transport Intermodal, abgerufen am 10. Februar 2013 (englisch).
cite-note-2121. â Neue Kennzeichnungen fĂźr intermodale Ladeeinheiten in Europa. (PDF; 1,9 MB) In: intermodal-terminals.eu. Internationale Vereinigung der Gesellschaften fĂźr den Kombinierten Verkehr Schiene-StraĂe, 10. Mai 2011, archiviert vom Original (nicht mehr online verfĂźgbar) am 1. Februar 2012; abgerufen am 6. Oktober 2011. Info: Der Archivlink wurde automatisch eingesetzt und noch nicht geprĂźft. Bitte prĂźfe Original- und Archivlink gemäà Anleitung und entferne dann diesen Hinweis.@1@2Vorlage:Webachiv/IABot/www.intermodal-terminals.eu
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cite-note-2525. â Bundesinstitut fĂźr Risikobewertung: Kann das neuartige Coronavirus Ăźber Lebensmittel und Gegenstände Ăźbertragen werden? Abgerufen am 18. Juni 2020.
cite-note-2626. â Christoph Rottwilm: 12.000 Container verkauft - Anleger kommen glimpflich davon. In: Manager Magazin. 17. Juli 2017, abgerufen am 21. März 2018.
cite-note-2828. â Eckhard-Herbert Arndt: 550 Millionen Dollar fĂźr neue Container ¡ Hapag-Lloyd bestellt in China 150.000 TEU. In: Täglicher Hafenbericht vom 16. April 2021, S. 1.